Führungstipp Jan. / Febr. 2014:
Was heißt eigentlich „eigentlich“?

Und wieder eine Idee als Anregung, die Sie und Ihre Gesprächspartner wirklich weiterbringen kann:
„Eigentlich gibt´s nicht! Weder bei mir noch bei Anderen.“

Was ist damit gemeint? Oft, und ich denke viel zu oft, wird mir und ich denke auch Ihnen auf die Frage „Wie ist denn Ihre aktuelle Situation“ u. a. geantwortet:

– Eigentlich läuft´s ganz gut …
– Eigentlich bin ich mit dem Umsatz ganz zufrieden …
– Eigentlich könnte mein Leben nicht besser laufen …
– Eigentlich sind meine Mitarbeiter ganz zufrieden …
– Das mit dem Projekt läuft eigentlich ganz gut …
– Der Kunde hat eigentlich schon zugesagt …

Geben Sie sich mit derlei Reaktionen zufrieden? Wenn Sie nicht den bewussten Plan haben Relativierung und Ausweichen zu zulassen, dann sollten Sie als Führungskraft bei Mitarbeitern, falls gegeben unbedingt auch bei Kunden, das „eigentlich“ immer hinterfragen.

Als der Spezialist für das „eigentlich“ ist es mir immer wieder ein Anliegen, dass Klarheit herrscht. Nicht unbedingt nur bei Anderen, eher bei Ihnen.

Möglicherweise ist es Ihnen noch nicht richtig aufgefallen, aber ich bin sicher, dass Sie über den Tag 10 – 20x mit dem „eigentlich“ konfrontiert werden und dies meist unhinterfragt an Ihnen vorbei geht.

Was bedeutet „eigentlich“ eigentlich konkret?
Es handelt sich grammatikalisch um ein sogenanntes Füllsel, das meist nur unterbewusst erfasst wird.
„Eigentlich“ schränkt ein, nimmt Wichtigkeit zurück, relativiert Aussagen teilweise und lässt vor allem Interesse als zufällig und Neugier als unbedeutend erscheinen.
Es ist ein Wort, welches man benützt, um sich nicht hundertprozentig festzulegen oder festgelegt zu werden, notwendige Entscheidungen zu verschieben oder um sich Möglichkeiten offen zu lassen.

So könnte es aussehen, wenn Sie hier an Ihrer Kommunikationskompetenz arbeiten wollen:

  • Hören Sie so aufmerksam zu, dass Ihnen das „eigentlich“ nicht entgeht. Schulen Sie Ihr Ohr!
  • Hinterfragen Sie sofort: „Was meinen Sie mit eigentlich?“ oder „Wieso eigentlich?“
  • Verlangen Sie konkrete Antworten auf Ihre Frage
  • Geben Sie Ihren Gesprächspartnern die Chance, sich zur Klarheit zu reden

Auch hier aktivieren und fördern Sie die Denkfähigkeiten Ihrer Mitarbeiter. Wenn Sie Mitarbeiter auch coachen, dann ist das Hinterfragen des „eigentlich“ oft der Einstieg in das, was wirklich vor- und anliegt! Übrigens, auch zu Hause & Privat verbirgt das „eigentlich“ viel Unausgesprochenes!

Für alle Führungskräfte, die eigentlich mehr hinterfragen sollten ein Zitat von Horvath:
„Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu.“

Sie sagen: „Das kenn´ ich schon!“, dann lautet meine Frage: „Tun Sie es schon nachhaltig?“ Übrigens: Tun es Ihre Mitarbeiter bei Kunden ebenfalls?

Wenn Sie in 2014 Bedarf und Lust auf einen „Einfach-Fragen-Workshop“ haben und oder Ihre psychologischen Führungsfähigkeiten erweitern wollen, dann sprechen Sie mich an.

Herzliche Grüße
Ihr Spezialist  für das „eigenlich“

Peter Saulus