„Ohne Ausgeglichenheit
funktioniert Führen nicht“

Für den Dezember und zum Jahresende möchte ich Sie inspirieren, einen Blick auf sich selbst zu werfen. Gerne auch auf andere in Ihrem Umfeld, die dieses Thema ebenfalls betrifft (einfach weiterleiten):
Innere Ausgeglichenheit und Balance wirken sich positiv auf das Führen aus.

Ganz sicher war ein Großteil von Führungskräften schon in Situationen, bei denen die permanenten inneren Explosionen nicht enden wollten?

  • „Ich muss 100%-ig wach / fit / da sein … immer und jederzeit!“
  • „Ich darf keinen Fehler machen, jeder schaut auf mich!“
  • „Wer kratzt an meiner Reputation?“
  • „Wie wird das wohl ausgehen?“
  • „Wie ist denn bloß dieser und jener Konflikt zu lösen?“
  • „Wenn das jetzt nicht klappt weiß ich nicht mehr weiter.“
  • „Sollte dieser Auftrag nicht kommen, können wir zusperren.“
  • „Wann läuft es hier mal wieder normal?“
  • „Wie kriege ich die Dinge geregelt?“
  • „Wenn wenigstens zu Hause Ruhe herrschen würde.“ … usw.

Selbstverständlich werden Sie sagen, wer war und ist das nicht. Und gottgegeben nehmen viele Führungskräfte es hin, lassen Überforderungen als Dauerleiden mit sich geschehen und reiben sich auf. Menschen neigen gerne dazu, den Moment der Besinnung zu verhindern und verdrängen so die Erkenntnis, dass jede ihrer Entscheidungen etwas kostet. Auch schlechte Gedanken haben ihren Preis! Und das nicht zu knapp.
Oft genug herrscht der Aberglauben vor: Ich kann ja das Huhn zur Hälfte schlachten. Die andere Hälfte wird mich auch in Zukunft mit Eiern versorgen.“ Geht garantiert nicht, so oft es auch versucht wird! Auch durch höheres Schmerzensgeld ist kein solches Huhn zu beschaffen und es gibt nun mal keine halben Konsequenzen.
Dauerleiden nicht zu unterbrechen führt in die Impulsivität, auch Leichtfertigkeit genannt. Sie bezeichnet ein Verhalten, bei dem der Handelnde spontan und ohne jede Erwägung selbst naheliegender Konsequenzen, auf Außenreize oder innere Impulse reagiert. Dieses Verhalten kann auf Mitarbeiter situationsunangemessen, unkontrolliert und/oder unbedacht wirken. Fataler, weil nachhaltiger kann allerdings die Wirkung nach innen sein. Dumm ist nur, Betroffene bemerken es oft zu spät.

Ausgeglichenheit, sich im Gleichgewicht befinden, ist ein Ziel, das sich jeder selbst setzen kann. Kein anderer kann das für einen erledigen. Funktionieren wird das nur, wenn diesem Ziel eine hohe Priorität geben wird. Aber, was ist wichtiger als das eigene Leben und dessen Qualität?

Was bedeutet das praktisch?

  1. Von der hohen Geschwindigkeit runter kommen und dadurch die Möglichkeit nutzen, bei normaler Geschwindigkeit seine Wahrnehmung zu erhöhen.
  2. Durch die niedrigere Drehzahl (mal wieder) seine innere Stimme zu (er-)hören.
  3. Von der Überholspur nach rechts wechseln und den „Wettkampf“ mit sich und anderen einstellen.
    • Versuchen Sie einmal sich vorzustellen, dass Sie sich von hinten respektive von einer anderen Warte her beobachten könnten. Welche Tipps würden Sie sich geben? Was würden Sie über den „gestressten Raser“ vor sich sagen?
    • Natürlich kann ein Strecke Highspeed auch mal richtig Spaß machen. Meine Beobachtungen und die vieler meiner Kollegen zeigen, dass bei den „Dauerrasern“ jemand anders die Rakete angezündet hat und nicht der Betreffende selbst. Und dann wird Highspeed urplötzlich zum reinen Überlebenskampf.
  4. “Sie können es draußen nicht verkaufen, wenn Sie es innen nicht verkaufen können.” (Stan Slap)
    • Übersetzt bedeutet das, Sie können Ausgeglichenheit nicht leben, wenn sie nicht in Ihnen ist.
  5. Kleine Zusatzfrage: Haben Sie in diesem Jahr alles mitbekommen, was Ihnen wirklich wichtig ist?

Also nutzen Sie die ruhigeren Tage am Ende des Jahres, sich selbst Ihr Tempo zu verkaufen. Der ein oder andere wird nach einigem Nachdenken feststellen, dass er das nicht braucht.

Aus der Entscheidung für mehr Bewusstheit und weniger Impulsivität erreichen Sie Folgendes:

  1. Sie werden mehr Impulsgeber und Inspirator für Ihre Mitmenschen und Mitarbeiter sein.
  2. Sie entziehen sich der allgemeinen Besinnungslosigkeit und geben Ihren Handlungen mehr Sinn.
  3. Sie reduzieren geistloses „Betondenken“.
    • Nichts ist heute mehr in Stein gemeißelt. Dadurch inspirieren Sie Ihre Mitarbeiter glaubwürdig, ihre Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu richten.

Winston Churchill hat passend zum Thema einmal folgendes gesagt:
„Berggipfel begeistern Führer, aber in den Tälern reifen sie.“

Diese und weitere spannende Themen können Sie in meinem Buch „Führen ohne Leiden“, welches im Frühjahr 2015 bei Springer-Gabler erscheint, noch tiefergehender nachlesen. Natürlich ebenfalls in unseren Trainings live erleben.

Sie sagen: „Das kenn´ ich schon!“, dann lautet meine Frage: „Setzen Sie es schon nachhaltig um und ein?“
Zu diesem und weiteren Führungsthemen starten wir ab 26. März 2015 wieder ein Kompetenz-Seminar für Führungskräfte in München.
Ehemalige Teilnehmer haben die Gelegenheit am Profitraining „Mehr Führen, weniger  Managen“ am 24. + 25.3.15 in München teilzunehmen.
Und gelegentlich hilft auch ein Business Coaching weiter.

Herzliche Grüße
Ihr Spezialist für das „eigentlich“

Peter Saulus

3 Gedanken zu “„Ohne Ausgeglichenheit
funktioniert Führen nicht“

    • Lieber Daniel,
      schwer ist alles, was wir nicht einfacher machen. Und wenn der halbe Weg geschafft ist, dann ist der Rest doch nur noch Tun.

  1. Pingback: “Ich arbeite an Überzeugungen, die mich behindern” | INTEGRAL-MANAGEMENT-BLOG

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