FührungsTipp April 2014:
„Sterben müssen wir, aber sonst ….?“

Heute ein Denkanstoß zur unbewussten Führungsrhetorik. Das Zwangswort „muss“ ist verstärkt in die Rhetorik von Führungskräften eingezogen und ich möchte Sie ermuntern, den Einsatz des Wortes „muss“  für sich zumindest bewusster wahrzunehmen.
Sterben müssen wir,
aber sonst müssen wir gar nichts!

Das klingt provokativ in der heutigen Zeit und wenn Sie schon in Verteidigunsstellung gehen, dann habe ich womöglich schon in eine Ihrer Kerben getroffen. Hierüber (über Ihr inneres Team) nachzudenken wäre auch spannend, soll aber heute nicht im Vordergrund stehen, auch wenn ein Zusammenhang mit der inneren Einstellung des „MUSS-Nutzers besteht.

Wie geht es uns, wenn uns jemand anspricht: „Wir müssen …“, „Sie müssen …“ „Du musst …“? Sind Sie motivert? Oder stellen sich innerlich gleich ein paar Stacheln auf? Schreckt Sie das MÜSSEN genauso ab wie so viele Menschen?

Neben dem „MUSS“ gibt es viele, wesentlich motvierendere, wertschätzendere und positivere Ansprachen, um bei den Anderen keine „Stacheln“ aufzustellen. Beispielsweise:

  • „Es wäre günstig für uns, wenn wir …. „
  • „Für uns/Dich wäre es von Vorteil, wenn wir/Du ….. „
  • „Wir wollen XY errreichen, deshalb werden wir …. „
  • „Wenn Du magst, dann können wir gemeinsam ….. „
  • Fragen stellen:
    • „Was halten Sie von ….? Haben Sie Lust mitzumachen/dabei zu sein?
    • „Welchen Vorteil haben wir, wenn ….? Wollen wir´s dann tun? / Bist Du mit dabei?“
    • „Welche/n Idee / Vorschlag hätten Sie, damit es ein Erfolg wird?“
  • „Sie würden mir sehr helfen, wenn Sie ….. tun? Einverstanden / O.k.?“
  • Für sich selbst wechseln Sie einfach ins: „Ich will!“ oder „Ich werde!“
  • Rote Linie übertreten: Halten Sie einmal 1 Tag, besser 1 Woche ohne „MUSS“ durch. Sehr schwierig!

Deaktivieren Sie unbewusste und zwanghafte Rhetorik.
Achten Sie bewusst auf Ihre Wortwahl. Aktivieren Sie Ihre positiven Ansprachemöglichkeiten.  Macht sich übrigens auch zu Hause und in Beziehungen entspannend bemerkbar. Nur durch bewusste Wiederholungen (mindestens 50x) steigen Ihre Chancen zur Veränderung.

Für alle Führungskräfte, die mehr anregen (säen) und weniger erzwingen wollen eine kleine Geschichte:
Eine Frau hatte einen Traum.
In diesem Traum besuchte sie einen Markt. Dort inmitten all der Stände traf sie an einem von ihnen Gott.
„Was verkaufst du hier?“ fragte die Frau Gott.
Gott antwortete: „Alles, was das Herz begehrt.“
Das konnte die Frau kaum glauben. Sie überlegte eine Weile und beschloss dann, das Beste zu verlangen, was sich ein Mensch nur wünschen konnte.
„Ich möchte Frieden für meine Seele und Liebe und Glück. Und weise möchte ich sein und nie mehr Angst haben.“ sagte die Frau zu Gott. „Und das nicht nur für mich allein, sondern für alle Menschen.“
Gott lächelte. „Ich glaube, du hast mich missverstanden. Ich verkaufe hier keine Früchte, sondern die Samen.“

Sie sagen: „Das kenn´ ich schon!“, dann lautet meine Frage: „Tun Sie es schon nachhaltig?“ Übrigens: Tun es Ihre Mitarbeiter bei Kunden ebenfalls?
Zu diesem Thema und vielen anderen beginnt unser nächstes offenes Führungstraining ab 5. Mai 2014 in München  Siehe unsere Webseite.

Herzliche Grüße
Ihr Spezialist für das „eigenlich“

Peter Saulus