FührungsTipp März 2014:
„Entscheiden Sie nicht schneller als Sie denken können!“

Immer wieder haben wir mit Menschen zu tun, die noch erfolgreicher und effizienter wären, wenn sie schon verinnerlicht hätten:
„Langsamer ist oft besser!“

Was damit gemeint ist weiß jeder von uns, der schon selbst Opfer seiner Schnelligkeit geworden ist. Schmerzhafte Erkenntnis bedeutet aber nicht, dass sich Schnellentscheider davon bremsen lassen. Sie bemerken ihre Denkfehler erstmal gar nicht und suchen die Schuld bevorzugt in den Umständen.

Einer der Gründe warum zu schnell, und dadurch „schlampig“ bis fehlerhaft entschieden wird ist, dass Menschen es gerne bequem lieben. Zu schnell werden sie dann Opfer einer sogenannten Heuristik (Vereinfachung). Dies bedeutet, man greift auf das Naheliegende zu, weil es im Moment entweder vorteilhafter, einfacher oder bequemer ist. In Situationen in welchen wir existenziell reagieren müssen, ist das sicherlich von Vorteil.
Aber, wie oft befinden wir uns in solchen Situationen. Des Öfteren wollen mir Führungskräfte weismachen, dass das jeden Tag mehrmals so ist und lügen sich dabei kräftig in die Tasche; ausgenommen wären u.a. Feuerwehrleute, Notärzte und Piloten und natürlich tägliche Routine. Meist liegt es daran, weil es einfach keinen Plan gibt! Da bleibt dann nichts als der Reflex.

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Es ist schwer für uns zu akzeptieren, dass wir diesbezüglich nur beschränkten Zugang zu unserem Inneren, sprich zu  den Hintergründen unserer Wahrnehmung haben, aber es ist trotzdem wahr (siehe Daniel Kahneman, Nobelpreis Wirtschaft 2002). Es macht also Sinn, an unserem reflektorischen Verhalten zu arbeiten, insbesondere wenn andere Menschen von unseren Entscheidungen und „Schnellschüssen“ betroffen sind.

Neben den vielen Möglichkeiten hier einige anregende Fragen, wie Sie an der Qualität Ihrer Entscheidungen arbeiten können:

  • Was genau soll entschieden werden?
    • Betrifft es mich wirklich oder entscheide ich für einen anderen Menschen?
    • Kann es sein, dass mich jemand zum Opfer seiner Denkfaulheit machen will?
  • Muss es gleich sein?
    • Gibt es Interessen, die nicht meine sind? Die mich unter Druck setzen sollen?
    • Wie sind meine Erfahrungen bei Schnellschüssen?
  • Welche Emotionen bewegen mich?
    • Kenne ich meine „Kerben“, auf die ich schnell reagiere?
    • Kennen sie andere besser als ich? Wenn ja wer? Und wer nutzt sie häufig?
    • Welches Motiv steuert mich jetzt gerade (Gefallen, Konfliktscheu ….?)
  • Ich habe Verhaltensoptionen:
    • STOP – Denkpause! Spüre ich, dass es besser wäre, mir Zeit zu geben?
      • „Danke, ich gebe Ihnen Morgen / später Bescheid.“
    • Risikofrage: Muss überhaupt … und was passiert, wenn ich/wir nichts entscheide/-n?
    • Hintergrundfragen in die Tiefe stellen, ob die Anforderung an mich durchdacht ist.
  • Die Empfehlung etwas „auszusitzen“ gibt es hier bewusst nicht!!!

Fall es Ihr Thema ist, stellen Sie sich diesbezüglich mal wieder neu auf, aktivieren Sie sich, Ihre Mitarbeiter und entschleunigen Sie. Das tut Ihnen und Ihrem Umfeld gut. Apropos Umfeld! Wie werden Sie geschwindigkeitstechnisch in Ihrem privaten Umfeld erlebt?

Für alle Führungskräfte, die etwas entschleunigen sollten eine buddhistische Anekdote:
„Was machst du, um dich zu entspannen?“, fragt der Schüler seinen Meister.
„Nichts“, erwiderte der Meister. „Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich, und wenn ich schlafe, schlafe ich.“
„Das tun doch alle“, meinte der Schüler darauf.
„Eben nicht!“, antwortete der Meister.

Sie sagen: „Das kenn´ ich schon!“, dann lautet meine Frage: „Tun Sie es schon nachhaltig?“ Übrigens: Tun es Ihre Mitarbeiter bei Kunden ebenfalls?
Wenn Sie in 2014 Bedarf und Lust auf einen „Einfach-Fragen-Workshop“ haben und oder Ihre psychologischen Führungsfähigkeiten erweitern wollen, dann sprechen Sie mich an.
Unser nächstes offenes Führungstraining beginnt ab 5. Mai 2014 in München
siehe auch den Link in der Leiste oder hier 1.F1-ET-14-kurz-Info

Herzliche Grüße
Der Spezialist für das „eigenlich“

Peter Saulus